Innehalten zum Gedenken am Wegrand

 

Zwei Wegekreuze wurden bei Scheiden aufgestellt. Beide wurden von Bürgern nach eigenen Entwürfen gefertigt. (von Ute Keil SZ 24.05.2017)

 

Gleich zwei neue Wegekreuze wurden auf Initiative des Heimatverein Scheiden errichtet und am Sonntag von Pastor Hans Jürgen Bier eingesegnet. Das eine, von Wilhelm Wolfers überwiegend aus Holz gearbeitet, steht in Losheim an der Herkeswaldspitz. Hier erlitte der aus Scheiden stammende Matthias Holz 1944 während eines Fliegerangriffs einen tödlichen Herzinfarkt. Zu seinem Gedenken wurde ein Steinkreuz aufgestellt, das aber in den 90er Jahren den Stürmen Wibke zund Vivien zum Opfer fiel. Das nachfolgende Holzkreuz wurde zweimal von Losheimer Bürger erneuert und ist seit 2006 nicht mehr vorhanden. 

Andrea Dühr und Hans Peter Schneider, beide Mitglied im Heimatverein, hatten die Idee, erneut ein Kreuz für Matthias Holz aufzustellen. Wilhelm Wolfers übernahm die Fertigung nach eigenem Entwurf.

Das Kreuz in Scheiden ist keinem Einzelnem, sondern einer ganzen Gruppe von Menschen gewidmet, wie die Inschrift verrät: Flur- und Wegekreuz zum Gedenken an die Ackerer, die mit ihren Fuhrwerken das Land bestellten, Grenzgänger, Pilger und Wanderer.

Und warum steht es an einer Weggabelung? "Wenn man am Kreuz nach links geht", erklärte der Vorsitzende des Heimatvereins, Erhard Müller, folgt man dem viele Jahrhunderte alten Pilgerweg nach Trier. Der Weg am Friedhof vorbei führt nach Zerf, durch den dichten Hochwald, in dem die Scheidener Bürger seit jeher ihr Holz holen. Müller bedankte sich bei allen, die bei dem Projekt geholfen und dafür gespendet haben.

Das Flur- und Wegekreuz in Scheiden wurde von Ludwig Jäger aus Losheim aus zwei alten Eisenwagenachsen geschmiedet. Lutwin Holz schweißte die Teile zusammen und viele fleißige Helfer sorgten dafür, dass der Platz um die Kreuze herum ansprechend gestaltet wurde. Das Ehepaar Holz wird das Kreuz in Losheim mit Blumen pflegen, Ein Anrainer will das Gras kurz halten. So ist das Ganze zur Freude von Ortsvorsteher Hans Hamel und Mitinitiatorin Andrea Dühr ein schönes Gemeinschaftsprojekt geworden.

 

 

Die Wandergruppe des Heimatvereins wanderte am 06.05.2017 wieder nach Trier

2014 * Wanderung nach Trier

Wanderung im Namen des Herrn

 

Heimatverein Scheiden zu Besuch bei den Heilig-Rock-Tagen

 

37 Mitglieder des Heimatvereins Scheiden machten sich zu Fuß auf den gut 36 Kilometer langen Weg nach Trier. lhr Ziel waren die Heilig-Rock-Tage. Sie erhielten den Segen von Weihbischof Jörg Michael Peters.

 

Scheiden/Trier. Auf den Weg zu den Heilig-Rock-Tagen in Trier pilgerte der Heimatverein Scheiden mit 37 Leuten. Die jüngste Teilnehmerin war mit 14 Jahren Meike Holz. Der Marsch begann um 6 Uhr an der Scheidener Kirche. Über 31 Kilometer führte die Strecke durch eine herrliche Landschaft bei schönem Wetter über Zerf, Hentern, Pellingen, Kernscheid nach Trier. Zwei Pausen nutzten die Wallfahrer zum Stärken. Die Führung übernahm Stefan Schneider und Armin Weyand trug das Pilgerkreuz nach Trier.

Um die Mittagszeit erreichte die Gruppe ihr Ziel. Nach einem Gebet im Dom und dem Segen von Weihbischof Jörg Michael Peters machten sie sich wieder auf den Weg zurück nach Hause in den Hochwald. In den Scheidener Stuben angekommen, ließ man bei einer Pilgersuppe den Tag ausklingen.

 

von SZ Mitarbeiter Martin Trappen

2013 Vorstellung eines Sterbebuches

Ein Zeichen setzen gegen das Vergessen

 

Scheidener Sterbebuch zum Gedenken an verstorbene Mitbürger

 

Verstorben, aber nicht vergessen: das ist das Anliegen des Totenbuches, das Scheidener Hei-matforscher  zusammengestellt haben. Das Buch liegt in der Kirche aus und lädt dazu ein, darin zu blättern und Erinnerungen wachzurufen.

 

Von SZ-Mitarbeiterin Ute Keil

Scheiden.

 

Eigentlich stirbt der Mensch dreimal: zum ersten Mal bei seinem körperlichen Tod, zum zweiten Mal bei der Beerdigung und zum dritten Mal, wenn der Letzte stirbt, der sich noch an ihn erinnern konnte. Um diesem Vergessen vorzubeugen, haben Hans-PeterSchneider, David Hero, Andrea Dühr, Klaus Müller und Babette Weyand für die Bürger von Scheiden ein Sterbe- oder Totenbuch zusammengestellt. Hier sind bis jetzt  126 Verstorbene verzeichnet, die meisten von ihnen mit Foto. Das Buch liegt in der Kirche aus und lädt dazu ein, darin zu blättern und Erinnerungen wachzurufen. ,,Ein Zeichen gegen das Vergessen "nannte Erhard Müller, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Heimatvereins, dieses Werk. Gräber werden normalerweise nach 25 Jahren aufgelassen, aber wer in diesem Buch steht, bleibt lange darüber hinaus im Gedächtnis der Menschen er-halten. Die Anregung zum Scheidener Totenbuch kam aus Dörsdorf, wo Hans-Peter Schneider ein solches Verzeichnis sah und den Gedanken fasste, etwas ähnliches für  sein Heimatdorf zu schaffen. Schnell waren Mitglieder des Heimatvereins bereit, ihm zu helfen, und man begann, Daten und Fotos zu sammeln. Edmund Göttert und Armin Weyand drechselten einen kunstvollen Ständer für das Buch. In Dörsdorf pflegt ein älterer Herr die Eintragungen und er macht sich schon Sorgen um einen Nachfolger. ,,Deshalb bin ich froh, dass mir hier ein junges Team zur Seite steht", erklärte Schneider. Natürlich ist das Buch noch lange nicht vollständig. Deshalb richteten Schneider und Pastor Bier, der die Initiative sehr begrüßte, die Bitte an alle Scheidener, weitere Daten und Bilder ausfindig zu machen. Das Buch besteht aus zwei Ringordnern, von denen eines chronologisch und das andere alphabetisch geordnet ist. Dank dieser Struktur ist es möglich, bislang fehlende Einträge an der passenden Stelle einzufügen. ,,Es ist gut, derer zu gedenken, die vor uns waren", meinte Bier abschließend ,,,denn sie haben den Ort mit Leben erfüllt und den Boden bereitet, auf dem wir heute stehen".

 

2012 * Historische INFO - Tafeln in Scheiden

Geschichtspfad der Gemeinde wird fortgesetzt

Auch in Scheiden bereichern neuerdings zwei historische  Info-Tafeln das Ortsbild. Die Heimatvereine Scheiden und Losheim haben diese gemeinsam entworfen und durch das Archäologiebüro  Dr. Eric und Dr. Edith Glansdorp in Theley anfertigen lassen. Der Vorsitzende des Heimatvereins Scheiden, Erhard Müller, begrüßte bei der offiziellen Vorstellung an einem leider verregneten Tag neben ihnen als Gäste den ersten Gemeindebeigeordneten Norbert Müller, Ortsvorsteher Hubert Thiery,  den Vorsitzenden des Kreisheimatvereins und Vereins für Heimatkunde in der Gemeinde Losheim, Hubert Schommer, Rathausmitarbeiterin Silva Kreis sowie weitere Mitglieder und Gäste. Wie Hubert Schommer erläuterte, ergänzen und komplettieren diese Tafeln den Geschichtspfad Losheim. Bereits im Jahre 1997 begann der Heimatverein Losheim mit der Gemeinde und dem Arbeitsamt mit der Erstellung des Losheimer Geschichtspfades, der im Jahre 2004 fertig gestellt wurde. Er umfasst im Zentrum 19 Stationen, die in der Regel aus einer oder mehreren historischen Info-Tafeln bestehen. Schulen, Feriengäste aber auch die einheimische Bevölkerung die an der Geschichte des Ortes Interesse zeigen, können sich hier über geschichtliche Ereignisse im Ort informieren. Sie werden an Orte der Heimatgeschichte geführt und erleben anhand der Texte und Bilder Losheimer Geschichte. Neben den über 2O Info-Tafeln im Losheimer  Zentrum bestehen drei weitere Tafeln in Niederlosheim und nun auch zwei in Scheiden. Auf den beiden Scheidener Tafeln sind die Geschichte der katholischen Kirche und der alten Volksschule in Text und Bild dargestellt.

Die Volksschule Scheiden


Schon im Jahre 1820 unterrichtete der Lehrer Kuhn die Kinder aus Scheiden, Waldhölzbach und Bergen in der neu gebauten Schule in Scheiden. 1842 hatte Bergen eine eigene Schule errichtet und schied aus dem Schulverband aus. Sechs Jahre später folgte Waldhölzbach und schied ebenfalls aus dem Schulverband aus. 1856 zerstörte ein Großbrand die meisten Häuser des Ortes, nur die Schule und die Kirche überstanden das Feuer dank ihrer Schiefereindeckung. Von  1895 bis 1929 prägte der Lehrer Jakob Hitzler die Schule und die Dorfgemeinschaft. Scheiden wandelte sich von einem Klein-bauerndorf zu einer Gemeinde mit überwiegend Nebenerwerbslandwirtschaft. Gegen Ende des Krieges wurde die Schule durch Granatfeuer schwer beschädigt. Schon ein Jahr später war sie notdürftig repariert und der Unterricht konnte wieder beginnen. Die Lehrerdienstwohnung war erst 1948 wieder nutzbar. Durch das Anwachsen der Schülerzahl wurde 1958 eine neue Schule mit zwei Schulräumen und einer Lehrerdienstwohnung gebaut. Im Jahre 1960 wurde das alte Schulgebäude mitten im Ort verkauft und im Jahre 1987 abgerissen. Das Grundstückwurde zum heutigen Dorfplatz umgestaltet.

Die Kirche in Scheiden



Scheiden war seit seiner Gründung bis zur Errichtung der Kirchengemeinde Waldhölzbach-Scheiden im Jahre 1923 Filialort der Pfarrei Losheim. Bereits 1569 besaß das Dorf eine eigene Kapelle. Sie wurde im 30-jährigen Krieg vollkommen zerstört und erst im Visitations Protokoll aus dem Jahre 1772 wird wieder eine Kapelle erwähnt. Im Frühjahr 1881wurde erneut mit dem Bau einer Kapelle begonnen, nachdem die bisherige Kapelle durch Brand oder Kriegsereignisse in Trümmern lag. Wegen baulicher Mängel konnte erst am 14. Februar 1854 die neue Kapelle eingeweiht und die Glocke getauft werden.  Ab 3.April 1923 bildeten Scheiden und Waldhölzbach eine eigene Vicarie. Erster Vicar mit Sitz in Waldhölzbach war Jakob Brill. Im Krieg wurde die Kirche durch Artilleriebeschuss bis zu 60 % zerstört. Nach Kriegsende begann die Trümmerbeseitigung und die Reparatur der Kirche. Schon im Herbst 1946 konnte wieder Gottesdienst gehalten werden. Im Oktober1956 musste die Kirche wegen der angewachsenen Einwohnerzahl erweitert werden. Sie erhielt ein Querschiff, zwei Seitenaltäre und zusätzliche Sitzplätze. Im Oktober 1957 bekam das Gotteshaus einen neuen Altar und neue Fenster.

Termine

Heimatverein Scheiden